

Aktiver Umweltschutz-Fledermausquartier
1. Tag: Nach einer kurzen ersten Nacht des Anreisetages trafen sich die noch etwas benommenen "Umweltschützer" auf dem Flur des "pro-social" Hauses Berlin um gemeinsam das Frühstücksbuffet zu plündern. Als schließlich alle satt waren, lernten die Belorussen und Deutschen zuerst sich, dann das Programm ausführlicher kennen. Anschließend machten sich alle auf den Weg, den Stadtbezirk Marzahn- Hellersdorf, in dem wir wohnten, mit allen "Sehenswürdigkeiten" wie einem Friedhof für russische Opfer des zweiten Weltkrieges zu erkunden. Ausklingen ließen wir den ersten Tag mit einer eindrucksvollen Lichterfahrt durch Berlin, wo wir u.a. den Kurfürstendamm bei Nacht erleben konnten.
2. Tag: Der 2. Tag begann damit, dass viele von uns Jugendlichen aufgrund der vorangegangenen Partynacht das Bett dem Frühstück vorzogen und uns erst gegen 9.00 Uhr zu einer Stadtrundfahrt versammelten. In dieser besuchten wir den Reichstag, ein Gespräch mit einer Beauftragten des Besucherdienstes der FDP inbegriffen, speisten fürstlich im Paul-Löbe-Haus und ließen dann das neu errichtete Holocaust- Mahnmal auf uns wirken. Für ein schönes Ende der Berliner Stadtrundfahrt sorgte ein Besuch im "Imax" 3D- Kino, wo wir das Leben im Wasser mal aus einer anderen, fast lebensechten Perspektive erlebten. Nach dem gemeinsamen Abendessen schwärmten Belorussen, sowie Deutsche noch einmal aus. Es ging in den Jugendclub "Mehrweg", wo sie sich bei einem Konzert einer französischen Funk- Reggae- Rockband austobten um danach totmüde ins Bett zu fallen.
3. Tag: Eine für den Vormittag geplante Bootstour auf dem Müggelsee wurde wegen dem nasskalten Wetter abgesagt. Das war aber nicht so schlimm, da es durch die Lieblingsbeschäftigung der Mädels ersetzt wurde, Shopping! Drei Stunden lang machten wir sämtliche Geschäfte in Arkaden und Einkaufsmeilen unsicher, bevor wir uns dann gegen 12.30 Uhr, mit schicken Klamotten und Mitbringseln für Freunde und Familie im Gepäck, wieder am Bus versammelten. Im Anschluss besichtigten wir die Museumsinsel und das Regierungsviertel Berlins von der Spree aus. Eine Berliner Stadtführerin zeigte und erklärte uns auf der 60 minütigen Bootstour alles, angefangen vom Wohnsitz Angela Merkels bis zu einem Café, wo es von 9.00 bis 24.00 Uhr Frühstück gibt. Am Nachmittag hatten wir dann Zeit für die uns aufgetragene Projektarbeit, die wir in Gruppen erledigen sollten. Diese beinhalteten die Planung und den Bau von Fledermauskästen, die Gestaltung eines weißrussischen Abends, die Vorbereitung und Durchführung von Stadtrundfahrten durch Berlin und Dresden, sowie die Ausarbeitung dieser Austauschzeitung. Das ist auch der Grund, weshalb wir am Abend noch Koffer packen mussten. Denn um die Fledermausquartiere bauen zu können, war ein "Umzug" von Berlin nach Großenhain, am nächsten Tag nötig.
4. Tag: Den 4.Tag unseres Jugendtreffens verbrachten wir zur Hälfte bei 30 Grad im Bus auf der Fahrt ins BTZ Großenhain. Unterwegs machten wir eine 3 stündige Pause, um uns im riesigen "Tropical Island", einer Badelandschaft in einer Halle, ursprünglich zum Bau von Luftschiffen gedacht, abzukühlen. Nach weiteren 1 ½ Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel das BTZ Großenhain. Dort bezogen wir ein weiteres Mal unsere Zimmer und gingen dann im Entenmarsch zum "Conny Wessmann Haus", einem 5 Min. entfernten Jugendclub. Die Jugendlichen schmissen für uns den Grill an, machten ein kleines Lagerfeuer und gaben sich sehr viel Mühe. Gegen 21:30 Uhr traten wir dann den Heimweg an, da das Wetter immer schlechter wurde ... im BTZ waren wir alle pitsche-platsche-nass!
5. Tag : Unseren 1. Tag im Freistaat Sachsen begannen wir mit einer Führung durch ein nahe gelegenes Naturschutzgebiet. Dieses stellte früher einen Vermessungspunkt des königlichen Gebietes dar und soll jetzt für Touristen durch Schaffung eines Rundganges zugänglich gemacht werden. Während der Führung durch die freie Natur konnten wir nicht nur viele Pflanzen, sondern auch schon angebrachte Fledermaus-Nistkästen betrachten, die den Fledermäusen als Sommerquartier dienen. Weiterhin besuchten wir eine gut getarnte, bunkerartige Höhle, das Winterquartier der nachtaktiven Tiere. Nach dem Mittag, das aus Spaghetti Bolognese bestand, machten wir uns auf den Weg in die sächsische Hauptstadt: Auf nach Dresden!!! Dort führte uns Michaela im Rahmen ihres Projektes durch die Stadt, zeigte uns sowohl die historischen Gebäude wie Schloss, Frauenkirche, Zwinger und Semperoper, als auch die nahsten Shopping-Möglichkeiten, die wir wenig später gleich auf Herz und Nieren testeten. Am Abend dann waren wir alle kaputt und unsere Mägen konnten ein regelrechtes Knurrkonzert anstimmen. Es gab nur ein Problem: Wo, wie und was sollten wir essen??? Es war nichts geplant. Unserer Steffi hatten wir zu verdanken, dass wir dann doch noch was zu beißen bekamen. Innerhalb kürzester Zeit organisierte sie für alle eine Pizzeria, in die wir einkehren konnten und unsere ausgehungerten Mägen mit Pizza und Pasta füllten.
6. Tag: Den Vormittag unseres 6. Projekttages verbrachten die einzelnen Gruppen mit ihren Projekten. Während die einen sich als Redakteure und Journalisten für diese Zeitung probierten und recherchierten, war vom Hof des CWH ein Sägen, Feilen und Bohren zu hören. Die Fledermaus-Nistkästen wurden gebaut. Eine andere Gruppe wiederum durchstöberte die Großenhainer Einkaufszentren nach Materialien für den weißrussischen Abend, den wir dann abends nach einem "Abkühl-" Besuch im Großenhainer Freibad veranstalteten. Unsere weißrussischen Gäste beköstigten uns mit belorussischen Köstlichkeiten, brachten uns zusammen mit einigen von uns Deutschen die traditionelle Polka bei und gingen bei der anschließenden Disko zu "ihren" Liedern völlig aus sich heraus. Kurz gesagt: Ein voller Erfolg.
7. Tag: Auch am Montag Vormittag waren wir alle mit unseren Projekten beschäftigt, so dass diese so langsam Form annahmen. Der Großteil von uns machte sich noch einmal auf den Weg zu dem Bunker im Naturschutzgebiet, um diesen mit Schlagbohrer und Vorschlaghammer für die Fledermäuse als Winterquartier auszubauen. Die restlichen Leute blieben im CWH und gaben ihren Projekten noch den letzten Schliff. Zum Mittag versammelten sich dann alle zum gemeinsamen Mittagbrot. Gegen 14.30 Uhr hörte man auf dem Hof des BTZ das Hupen des Busses, der uns zur gleichnamigen Nudelfabrik nach Riesa brachte. Der uns dort vorgespielte Film zeigte die Produktion von Spaghetti & Co., angefangen von den einzelnen Zutaten bis hin zum Trocknen der fertigen Nudeln. In einem anschließenden Rundgang durch die Fabrik konnten wir uns dann von der Qualität unserer neuen "Lieblingsnudeln" persönlich überzeugen. Der Höhepunkt war natürlich die Sterilkleidung, die wir dabei tragen mussten. Im Look der "Putzkolonne vom Dienst" in weißen Mänteln mit "Duschhaube" spazierten wir durch die 30-35°C warmen Produktionshallen. Zum Abschluss der Führung bekamen wir alle noch ein Paket bunter Nudeln als Andenken. Auch zum Abendessen blieben wir noch in der Fabrik. Dort schlugen wir uns den Bauch mit der leckeren Teigware voll, bis wir alle richtig "genudelt" waren. Gegen 21.00 Uhr hatten die Leute vom CWH ein Kino für uns eingerichtet. Jedoch lockte auch die wenigen, die da waren, das Lagerfeuer im Hinterhof mehr und so endete der Abend in einer gemütlichen Runde mit Sternegucken.
8. Tag: Nach einer wie immer sehr kurzen Nacht und dem Frühstück welches manche ihrem Bett wieder mal nachstellten ging es zum letzten mal an die Projektarbeit. Es entstand unter anderem eine Wetterschutzwand im Bunker, der die Temperatur im Winterquartier erhöhen soll und einige wild gewachsene Bäume im Gelände mussten auch noch gefällt werden. Noch nie während des gesamten Austausches war es nach dem Mittagessen so ruhig gewesen. Lag es etwa an dem Mittagsschlaf in den die meisten verfallen waren.
Abschlussparty
Irgendwann ist es immer so weit und der letzte Abend ist gekommen. Doch bevor wir die vielen Abschiedstränen vergießen wollten wurde noch mal richtig gefeiert. Um 19.00 Uhr ging es mit einer Projektpräsentation los. 10 Tage Fledermauscamp hatten zu vielen Eindrücken und Erlebnissen geführt. Im ersten Teil wurden die mittels Bildern und O-tönen der Teilnehmer zum besten gegeben. Anschließend gab es das Programm noch mal pantomimisch und dann wusste auch der letzte was er vielleicht an der einen oder anderen Stelle verpasst hatte. Anschließend wurde das Buffet gestürmt und die ganze Nacht lang gefeiert.
9. Tag: Eigentlich sollten hier ein paar Zeilen und Bilder von der Verabschiedung stehen, doch es fand sich niemand mehr, der das gemacht hat und so bleibt es das was die Teilnehmer für sich ganz allein in ihren Erinnerungen behalten.